Radroute 7 - Täler, Seen und Kraniche (20,5 km)

Streckeninfos

Radroute 7 - Täler, Seen und Kraniche (20,5 km)

Die Strecke führt über asphaltierte Wirtschaftswege und zumeist gut befestigte Waldwege. Sandige, schwierigere Abschnitte in den Brunsmarker Tannen und bei der Gudower Mühle. Dort, wie auch im nördlichen Hellbachübergang längere, teils heftige Steigungen. Größere Parkplätze nördlich und südlich des Drüsensees an der L 287 und am Alten Frachtweg.

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Beschreibung

Wer am großen Parkplatz an der L 287 bei Drüsen startet, hat gleich wunderbare Ausblicke auf zwei Seen, einmal über die Landstraße hinweg über den Lütauer See mit seiner Badestelle am Campingplatz und auf der anderen Seite über den Drüsensee und »Brandt's Gaststätte«.

Die Tour führt zuerst ins Hellbachtal, einer der wertvollsten Teile des Naturparks Lauenburgische Seen – ein tief eingeschnittenes Tal mit Wald und Wiesen und sehr unterschiedlichen Seen, die wie Perlen etwas abseits der Route liegen. Der Weg führt zuerst entlang des Höhenrückens über eine asphaltierte Nebenstrasse oberhalb des fischreichen Drüsensees bis zu dem Parkplatz »Tiefe Kuhlen«. Hier stösst man auf den »Alten Frachtweg«, einen alten Heer- und Handelsweg, der von Boizenburg an der Elbe bis Fredeburg führt. Bis zum Bau des Stecknitzkanals diente er dem Salztransport von Lüneburg nach Lübeck. Man verlässt den gut befestigten Weg jedoch schon nach 500 Metern und rauscht hinunter ins Tal. Wer zu sehr in Schwung kommt, verpasst die Abzweigung zum Krebssee. Ein Abstecher zur kleinen Badestelle mit ihrem herrlichen klaren, türkisen Wasser lohnt bei schönem Wetter.

Das Hellbachtal hat sich durch den Rückzug abschmelzender Gletscher gebildet. Verschüttete Eisblöcke haben als Toteis viele Jahrhunderte überdauert. Nach ihrem Abtauen entstanden daraus der flache nährstoffreiche Lottsee im Tal und der moorige Schwarzsee sowie der kalkreiche, nährstoffarme Krebssee an den Hangbereichen. Wegen seiner natürlichen Schönheit wurde das Hellbachtal mit dem mäandrierenden Bach, seinen Feuchtwiesen, Hang- und Bruchwäldern sowie Mooren 1987 unter besonderen Schutz gestellt. Man kann seltene Lebensgemeinschaften wie Orchideenwiesen erleben und schillernde Libellen beobachten. In den wassernahen Lebensräumen finden der Eisvogel, Fischadler und Kranich ausreichend Nahrung.

Auf dem Talboden angekommen sieht man rechts die ersten Feuchtwiesen. Dann taucht eine Brücke über den Hellbach auf. Am dahinter liegenden Rastplatz sollte man am Hang neben der Schutzhütte einige Meter nach rechts hoch gehen, um »Adam und Eva«, zwei in besonderer Weise zusammengewachsene Eichen, zu entdecken.

Vom Rastplatz führt der neu hergerichtete Weg mit starker Steigung hinauf – für die meisten ist hier Schieben angesagt. Oben angekommen, lässt es sich jedoch gemütlich in südlicher Richtung auf dem ausgebauten Waldweg fahren. Er wurde nach einer, vor langer Zeit bei Sarnekow gelegenen Gastwirtschaft »Wasserkrüger Weg« genannt und war der ehemalige Abzweig vom »Alten Frachtweg« nach Mölln. Immer wieder kann man linkerhand den Blick durch die bewaldeten Hänge hinab zum Hellbachtal genießen. Sobald der Wald sich öffnet, zweigt die Route ab zur Gudower Mühle. Einer Wassermühle, die noch bis 1963 in Betrieb war und heute privat ist. Diese Wegstrecke durch das Tal ist wegen ihres weichen Sandes beschwerlich. Und abermals werden viele hangaufwärts schieben müssen, bevor man oben wieder auf den »Alten Frachtweg« trifft.

Kurz vor Lehmrade muss man sich ein letztes Mal anstrengen um auf den 43 Meter hohen Windberg zu gelangen. Von dort genießt man jedoch einen schönen Blick auf Lehmrade und die besondere Stimmung der Trockenrasenflächen. Naturschutzverbände haben hier viele ehemaligen Äckerflächen aufgekauft um das typische ehemalige Kulturlandschaftsbild dieser mageren Standorte, die »Lauenburger Wärmeheide«, zu erhalten.

In Lehmrades Dorftreff, der Tankstelle Rickert, bekommt man neben Getränken und Eis auch Gelegenheit zu einem »Schnack«. Weit bekannt ist der Ort wegen seiner onkologischen Rehaklinik. 1954 gegründet, ist sie eine der ältesten deutschen Krebsnachsorgeeinrichtungen. Bis 1924 stand dort die Jagdvilla eines reichen Hamburger Kaffeebarons, dessen Großzügigkeit Lehmrade noch weitere Gebäude und Wege verdankt. Als er nach der Inflation 1923 in die Insolvenz ging, wurden Park, Treibhäuser und Betriebsgelände zu einem Sanatorium umgewandelt, später wurde es ein NSDAP-Schulungsheim, dann Unterkunft für Bombenflüchtlinge und in der Nachkriegszeit ein Kinder- und Waisenheim für Flüchtlingskinder sowie ein Altersheim. Die heutigen Gebäude lassen von der bewegten Geschichte nichts mehr erkennen.

Lehmrade wurde im Mittelalter von christlichen Kolonisten im umkämpften Grenzland zu den heidnischen Wenden gegründet. Die vormaligen slawischen Siedlungen Bandowe im Kehrsener Moor sowie Lutowe und Drusen, fielen wüst. Von dieser Kultur hat sich nur die Wehranlage »Oldenburger Wall« erhalten, die den Slawen über drei Jahrhunderte Schutz vor den Angriffen bot. Von seiner Wallkrone hat man den besten Blick auf die Hunderte von Kranichen, die während der Zugzeit im Frühjahr und Herbst jeden Abend trompetend im Oldenburger Moor einfliegen. Ein besonderes Naturschauspiel.

Hinter dem »Kirchsteig«, einem von der EU geförderten Rad-und Wanderweg, führt eine Brücke nach Brunsmark. Kurz danach stösst man wieder auf den »Alten Frachtweg« und fährt in Richtung Lehmrade durch den Wald und die offene Feldmark. Kurz vor der L 287 trifft man auf die Trasse der »Hein Hollenbek« oder »Drüsensee-Express« genannten Eisenbahn, der man zum Ausgangspunkt in Drüsen folgt. Die knapp 12 Kilometer lange Strecke verband Mölln von 1889 bis 1959 mit dem Bahnhof Hollenbek und dort mit der Bahnlinie Berlin–Kiel. Im 2. Weltkrieg wurde auch die in den Munitionsfabriken der Möllner Waldstadt hergestellten Kriegsfracht nach Hollenbek transportiert. Hinter dem Campingplatz und der Tunnelunterführung, am Ausgangspunkt der Route, befand sich der ehemalige Haltepunkt »Drüsen«. Man hat hier die Gelegenheit zu baden oder in »Brandt's Gaststätte« einzukehren.

Bildergalerie
Essen & Trinken

Lehmrade

Brandts Gaststätte
Am Drüsensee 1
23883 Lehmrade
Tel: 04542-2269
Internet: www.gaststaette-brandt.de
Mail: druesensee@aol.com
Gastronomie seit 1910. Von gediegender deutscher, bis moderner leichter Küche

Unterkünfte

Lehmrade

Campingplatz Lütauer See
W.Wehking GmbH&Co.KG
Am Lütauer See 6
23883 Lehmrade
Tel: 04542-2270
Internet: www.camping-moelln.de
Mail: info@camping-moelln.de
Campingplatz mit freien Plätzen, SB-Laden und Gaststätte
Öffnungszeiten: ganzjährig 9.00 - 13.00 und 15.00 bis 22.00

Ferienwohnung Enge
Kathrin Enge
Wiesengrund 11
23883 Lehmrade
Tel: 04542-89582
Internet: www.fewo-lehmrade.de.vu
Mail: hartmut.enge@t-online.de
FeWo 40 qm, bis 3 Personen, ab 27,50 E/Nacht/2 Personen, ganzjährig

Ferienwohnung Wiesengrund
Klaus-Peter Dohrendorf
Schäferweg 5
23883 Lehmrade
Tel: 04542-844444
Internet: www.dohrendorf.eu
Mail: fewo@dohrendorf.eu
3 FeWo ab 33,-€/Nacht/2 Personen, ganzjährig

Ferienappartements am Drüsensee
Am Drüsensee 1
23883 Lehmrade
Tel: 04542-2269
Internet: www.gaststaette-brandt.de
Mail: druesensee@aol.com
5 Appartements ab 42,-€/Nacht für 2 Personen, ganzjährig

Einkaufen

Lehmrade

Tankstelle Rickert
Möllner Straße
323883 Lehmrade
Tel: 04542-2174

Freizeit & Tourismus

Lehmrade

Rastplatz Tiefe Kuhlen
Alter Frachtweg/ Drüsenweg
23883 Lehmrade
Rastplatz mit Schutzhütte und Picknichgelegenheit am Parkplatz Tiefe Kuhlen, durchgehend

Badestelle Lütauer See
Campingplatz am Lütauer See
Am Lütauer See 6
23883 Lehmrade
Badestelle des Campingplatzes, Eintritt 1,50/Person, Saison

Badestelle am Krebssee
23883 Lehmrade
Unbewachte öffentliche Badestelle

Galerie Hellbachtal
Wolfgang Rieckhof, Gisela Heyn
Möllner Straße 27a
23883 Lehmrade
Tel: 04542-822244/ 0179-5073343
Ölbilder, Aquarelle, Pastelle, Federzeichnungen, Collagen sowie individuelle Grußkarten in großer Auswahl, durchgehend

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Karte - Route 7

Routenbeschreibung - Route 7

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